Februar 2008
Systembeschreibung
| Mainboard | Biostar M6VBE-A, Slot1 (zuvor: Gigabyte GA-6VXE+ Rev. 4.1) |
|---|---|
| Prozessor | Intel Pentium III 700E, Coppermine
(zuvor: Pentium III/733 MHz) |
| Chipsatz | Via VT82C596B |
| Speicher | 1 x 128 MB Intel, 1 x 128 MB noname (zuvor: 2 x 128 MB Intel 3.3V) |
| Schnittstellen | 2 x seriell, 1 x parallel, 2 x PS/2, 2 x USB |
| Grafik | ELSA Erazor III LT (nVidia NV5M64 Riva TNT2 Model 64 Pro Rev. 15) |
| Sound | ESS Solo1 1938 on board; Creative Labs SB Live! EMU10k1 Rev. 07 |
| Floppy | 1 x 3,5" 1,44 MB |
| Festplatten | hda: Western Digital Caviar AC24300L, 4,3 GB
(zuvor: WDC 20 GB) hdb: Seagate ST340014A, 40 GB |
| CD/DVD | hdc: LG CRD-8322B, Atapi 32x, 128 kB Cache, DMA hdd: DVD-Rom Samsung SD-608 |
| Netzwerkkarte | Realtek 8139D |
Diesen PC warte ich schon seit längerer Zeit, hatte es aber nie geschafft, ihn auch zu dokumentieren. Installiert ist Debian GNU/Linux. Letzte Meldung der Eigentümerin war: „Der macht seltsame Geräusche und geht auch immer wieder mal aus.” Ersteres ordnete ich dem bekanntermaßen verdreckten Netzteil zu, bei letzterem tippte ich aufs Board.
Bei zwei Besuchen vor Ort reinigte ich erst das Netzteil, was nicht wirklich half. Nach dem Wiedereinbau wollte es die Laufwerke nicht mehr mit Strom versorgen. Außerdem entdeckte ich auf dem Gigabyte-Board einen aufgeblähten Elko im Bereich der RAM-Steckplätze, und die beiden Elkos neben dem AGP haben auch hochgebogene Deckel. Das Board tauschte ich gegen das Biostar aus meinem Hardware-Lager. Außerdem nahm ich beide Festplatten mit nach Hause und zog Backups; dabei stellte ich fest, daß die Systemplatte der Auslöser der seltsamen Geräusche war (nicht das Netzteil, wie erst vermutet). Smartmon meldete denn auch eine Ladung defekter Sektoren auf dieser Platte.
Ich steckte die WDC 4,3 GB aus meinem Hardware-Lager als vorläufige Systemplatte ins Gehäuse, damit die defekte Platte raus ist. Die Neuinstallation scheiterte aber zunächst einmal daran, daß der Rechner währenddessen immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen rebootete (nicht: ausging). Bei diesem Stand kam der PC zu mir nach Hause.
20. März 2008
Elko killt RAM?
Ich versuche das nochmal mit dem Installieren, und zwar von der Debian-CD, mit welcher ich kurz vorher bereits seemeile erfolgreich eingerichtet hatte. Die Installationsroutine behauptet mehrfach, sie könne das Grundsystem nicht installieren, weil einzelne Pakete nicht entpackt werden können.
Also boote ich die Knoppix 5.1.1 auf memtest. Und siehe da: bei 97 MB wirft er ganz cool 380 Fehler. Ich ziehe den RAM-Riegel heraus, stecke den zweiten Riegel in den ersten Slot und teste erneut: Fehlerfrei. 128 MB sind aber nun ein wenig ... wenig. Aus meinem RAM-Vorrat stecke ich zunächst 2 x Siemens 64 MB, die jedoch nicht erkannt werden. Da diese beiden kurz zuvor auf dem Compaq-Board in Wupper-1 auch nicht erkannt wurden, gehe ich davon aus, daß sie defekt sind. Also grabe ich nochmal in meiner RAM-Schachtel und finde einen einzelnen unbeschrifteten SD-RAM-Riegel. Den steck ich rein und stelle fest, daß es ein 128-MB-Riegel ist, also genau das, was ich brauche. Diesmal läuft der memtest anstandslos durch. Ich gehe also mal davon aus, daß der defekte Elko auf dem Gigabyte-Board den ersten RAM-Riegel beschädigt hat.
Die Debian-Basisinstallation läuft danach problemlos durch. Ich installiere alle nötigen Komponenten, aber zum Konfigurieren und Testen ist es mir zu spät. Dafür spiele ich noch das auf meiner großen Platte gelagerte Backup zurück. Erst nach dem Ausschalten merke ich, wie laut die Kiste die ganze Zeit war ...
21. März 2008
Brenner-Foo
Ursprünglich war in dem PC ein älterer HP-Brenner von mir eingebaut, der aber ob der Tatsache, dort nie benutzt worden zu sein, anscheinend beleidigt war und seinerseits nichts mehr sagte. Das derzeit eingebaute CD-Rom-Laufwerk stammt aus einem älteren AT, der langjährig als Router arbeitete, mittlerweile aber nicht mehr im Einsatz ist. Dieses Laufwerk tausche ich jetzt gegen einen Brenner, der aus dem Chaosdorf in mein Hardware-Lager fand (Mitsumi CR-2801TE, 1x/2x; wodim: indicated writing power: 5). Bei der Gelegenheit stelle ich fest, daß das DVD-Rom gar nicht angeschlossen ist — und ich hatte mich schon darüber gewundert, daß es nicht erkannt wurde.
Ich erstelle ein test.iso mit 324 MB Daten und versuche, es mit wodim zu brennen. Ergebnis:
Track 01: 0 of 324 MB written.hdc status error: status=0x58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }
ide: failed opcode was: unknown
hdc: drive not ready for command
Errno: 0 (Success), write_g1 scsi sendcmd: no error
CDB: 2A 00 00 00 00 1F 00 00 1F 00
status: 0x1 (GOOD STATUS)
cmd: finished after 0.006s timeout 40s
write track data: error after 63488 bytes
wodim: A write error occured.
wodim: Please properly read the error message above.
hdc: status error: status=0x58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }
ide: failed opcode was: unknown
hdc: drive not ready for command
Errno: 0 (Success), write_g1 scsi sendcmd: no error
CDB: 00 00 00 00 00 00
status: 0x1 (GOOD STATUS)
cmd finished after 0.001s timeout 40s
wodim: faio_wait_on_buffer for writer timed out.
Eine Google-Suche nach der letzten Zeile bringt mich in ein Forum, in welchem der Fehler behandelt wird. Dort wird dazu geraten (bzw. dort rät der Autor von cdrecord, von dem wodim sozusagen abstammt), mehrfach dazu, doch bitte sein „Original” zu benutzen. Das Problem des Ursprungsposters wurde damit dann auch gelöst.
Zunächst würde ich gern einfach mal wodim beenden. Aber die beiden Prozesse reagieren nicht einmal auf kill -9! In der Prozeßliste werden sie mit Status DL+ bzw. D+ angezeigt, und auf den Brenner greift sichtlich nichts mehr zu. Auch das Abschießen der übergeordneten bash holt die Prozesse nicht aus dem Speicher. Einziger Ausweg: Reboot.
Ich ziehe mir zwar noch die Sourcen von cdrecord, aber die Compilationshinweise sind erstmal wüstes Geschimpfe gegen Linuxentwickler, Linux-Distributoren, angeblich fehlerhafte Libs und lauter andere böse Dinge. Außerdem soll ich ein anderes Make benutzen. Das wird mir jetzt erstmal zu umständlich. Der Brenner bleibt also hier, und das ursprüngliche CD-Rom-Laufwerk kommt wieder ins Gehäuse.
Feintuning
alsamixer besteht sturköpfig auf die eingebaute ESS Solo1, bis ich diese im BIOS abschalte. Danach kann ich problemlos auf die gesteckte SB-Live zugreifen.
Nach dem Aufruf von iceweasel stelle ich fest, daß ich unter X wieder die gleiche seltsame Tastaturbelegung habe, mit der ich schon in der 64-MB-Version von seemeile zu tun gehabt hatte. Hier habe ich aber kein RAM-Problem, und locales wurden auch korrekt installiert. WTF? — locale stimmt: de_DE@euro, wie während der Installation eingestellt. Ich lasse (als root unter X) locale-gen nochmal laufen — keine Änderung. Neuanmeldung am X: Keine Änderung. Reboot: nichts.
OK. Hat es eigentlich eine besondere Bewandtnis damit, daß Xorg bei der Installation trotz vorheriger Spracheinstellung auf deutsch und trotz vorher installierter locales auf US-amerikanisches Tastatur-Layout eingestellt wird? :-/ dpkg-reconfigure xserver-xorg ist die Lösung. Dabei fällt mir auf, daß (wieder mal) der vesa-Treiber verwendet wurde statt korrekterweise nv. Dann noch xdm abschießen, weil der die Änderung sonst ohne Reboot nicht kapiert, X manuell starten (startx), und schon lüppt's.
