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easyline

Systembeschreibung

Gehäuse Fujitsu Easyline
Netzteil Fortron/Source FSP145-50NI, 145W
Mainboard MS6178 Ver:1.1, Socket PG370
Prozessor Intel Celeron, 500 MHz, 128 kB Cache
Chipset Intel i810
BIOS Award PCI/PNP 686, 1998
Speicher DIMM1: VM vt128MSD16MBPC-7, 128 MB
DIMM2: MT16LSDT1664AG-10EC7, PC100-222-620, 128 MB, Synch, 100 MHz, CL2
Schnittstellen intern: 3 x PCI, 1 x unbekannt (sieht aus wie eine Mischung aus AGP und Mini-PCI), 1 x seriell?
extern: 2 x PS/2, 2 x USB, 1 x VGA, 1 x seriell, 1 x parallel, 1 x Gameport, 3 x Sound (Spkr, Line-In, Mic)
Grafik onboard
Festplatten hda: Seagate ST310212A, 10,2 GB
hdb: Samsung SpinPoint SV2042H, 20,4 GB
CD/DVD hdc: Samsung CD-Master 48e, Model SC-148
Floppy 3,5" 1,44 MB
Netzwerk Netgear FA311 Rev-D2, 10/100 mBit/s
Sound onboard

8. Februar 2010

„Müffel”

Der Rechner war bei einem kleinen Computerhändler gebraucht besorgt worden, daher konnte mir der Überbringer (der nicht der Eigentümer ist) keinerlei Angaben machen. Also: Aufschrauben. Ganz offensichtlich stand der PC längere Zeit in einem Raucher-Haushalt. Das alte Nikotin müffelt mir sofort entgegen, und das Netzteil sieht heftig verdreckt aus. Bei dem Netzteil handelt es sich um so ein kleines wie im mini, aber trotz der starken Verschmutzung hoffe ich, daß ich hier nicht erst ein neues besorgen muß. Peinlich! Der Computerhändler hat es also nicht einmal für nötig gehalten, das Teil mal aufzuschrauben und sauberzumachen.

Allerdings muß der PC schon einmal geöffnet worden sein: Die Seagate-Festplatte gehörte wohl ursprünglich nicht ins System. Den Umbau hat kein Profi gemacht: Teilweise wurden falsche Schrauben verwendet, und einige Schrauben fehlen. Eine der beiden Gehäuseschrauben (zwei fehlen ganz) ist eine Holzschraube, und bei den Geräten wurden teilweise Gehäuseschrauben verwendet.

Nachdem das Netzteil wieder einigermaßen sauber ist, reinige ich noch den Lüfter und den Kühlkörper — und stelle überrascht fest, daß die CPU keine richtige Beschriftung hat. Google informiert mich darüber, daß es sich bei dem Prozessor um einen Intel Celeron 500 handeln müßte: Kein P II mehr, aber auch noch kein echter P III, und mit wenig Cache. Das könnte für die vorgesehenen Aufgaben teilweise eng werden.

Den Kühlkörper des Prozessors bekomme ich mit Pinsel und Staubsauger nicht richtig sauber, deshalb bekommt er dann doch mal eine Wasserdusche.


10. Februar 2010

Vor dem Zusammenschrauben schau ich noch die Onboard-Schnittstellen nach und stelle fest: Das sind arg wenige. Offenbar handelt es sich um ein Billig-billig-Modell. Und was das für ein seltsamer brauner Slot ist, in dem eine kurze Modemkarte steckt (die nur die Hälfte des Slots belegt), ist mir auch unklar. MSI verbaut aber anscheinend öfter mal seltsame Slots; da war doch letztens dieser spezielle Slot für die TV-Karte in seefunk (Medion) ...

Beim Zusammensetzen ändere ich die Anordnung der Laufwerke: Die Seagate bleibt hda, aber die Samsung wird hdc (vorher: hdb, aber nicht an Strom angeschlossen). Das CD-Rom bleibt hdd (war als Slave gejumpert und hing an IDE2). Etwas irritierend finde ich die Jumperung bei der Samsung-Platte: Als Master will sie offenbar immer alleine sein, die Einstellung Master mit Slave scheint es aber nicht zu geben. Also versuche ich mal Cable Select und stelle das CD-Rom auch entsprechend um, bzw. ich hoffe, daß ich da den Jumper richtig gesteckt habe, denn die Jumperung ist nirgendwo auf dem Gerät beschrieben.

Einstecken, einschalten, uuund ...

... Lärm. Das Ding ist ziemlich laut. Das BIOS zählt das RAM auf 256 MB hoch, und dann nochmal, und dann nochmal, bis ich mit ESC abbreche. Dann versucht ein Windows XP Home zu booten, kommt aber offenbar mit dem angeklemmten 14"-Monitor nicht zurecht. Nach Reset wechsle ich ins BIOS und stelle fest, daß die Samsung nicht erkannt worden ist. (Einem Celeron 500 ein WinXP zu verpassen zeugt von einem gewissen Masochismus beim Vorbesitzer ...)

Das BIOS war auch nicht optimal eingestellt; so war als erstes Display PCI angewählt, obwohl die Onboard-Grafikkarte benutzt wird. Das aufgesteckte Modem habe ich abgeschaltet, weil die Kiste sowohl hier als auch beim Eigentümer an DSL gehen soll. Außerdem habe ich die Boot-Reihenfolge von Floppy - CD-Rom - HDD-0 auf CD-Rom - HDD-0 - disabled umgestellt.


14. Februar 2010

Jumper-Hüpfen

Nächster Versuch: Zweite Platte auf Master (an IDE2) und CD-Rom-Laufwerk auf Slave (vermutete Jumperposition). Diesmal werden beide Geräte sofort erkannt; die Bezeichnung bei Master mit „1Drive” ist also mißverständlich.

Vorarbeiten und Basisinstallation

Als nächstes lasse ich Knoppix im Textmodus booten. Der Bootprozeß braucht ungewöhnlich lange. udev meldet einen Speicherzugriffsfehler, er versucht es aber weiter. Ein paarmal blinkt die gesamte Anzeige, und ich dachte schon, er will resetten. Aber am Ende habe ich einen Prompt.

Als erstes möchte ich die primäre Platte putzen und dabei auch gleich testen. Also: badblocks -vv -w /dev/hda. Aber das wird wohl nichts: Ich bekomme Zugriffsfehler auf die CD. Ist die Frage: Liegt es an der CD oder am Laufwerk?

Die UltimateBootCD bootet, und wenn wir schon grad dabei sind, lasse ich gleich mal einen Memtest laufen. Der Memtest läuft jedenfalls ohne Probleme durch, bis ich ihn abbreche. Danach starte ich den Kurztest auf die Seagate, passed. Dann überlege ich, ob ich noch den Long Test durchführe ... ach was. Ich werfe die Debian-CD rein und fange mit der Installation an. Beim ersten Booten ins neue System sehe ich Fatal-Meldungen. Aber erstmal Grundeinrichtung beenden: joe und mc installieren, CD aus den Sourcen rausnehmen, Upgrade durchziehen.

Die Fatal-Meldungen wurden nicht ins dmesg geschrieben. Allerdings finde ich dort zwei Meldungen: PS/2 kann kein AUX, und man hätte doch bitte gern ein 80poliges IDE-Kabel für hda. OK, kann ich verstehen. Vermutlich für hdc auch. Im Gehäuse befinden sich nur 40polige IDE-Kabel.


15. Februar 2010

Ich tausche die 40poligen Kabel gegen 80polige aus, und schon hat der Kernel nichts mehr zu meckern. Die Installation von X.org läuft sauber durch. Zuerst wählte ich als Window-Manager fluxbox. aber dessen Oberfläche schien mir nicht für Anfänger bzw. Umsteiger geeignet. Daher wählte ich Xfce4. Das sieht schon deutlich besser aus. Dazu kommt noch xdm.

Die ersten beiden Anwendungen sind iceweasel und icedove, wobei zweiterer nur sicherheitshalber draufkommt. iceweasel bekommt für den User auch gleich NoScript dazu. AdBlockPlus dagegen verweigert die Installation und möchte eine superaktuelle Firefox-Version haben. Na gut, dann eben nicht.

Zwischendurch höre ich vereinzelt unangenehme Geräusche von einer der Festplatten. Ich hoffe, da ist nichts am Sterben. Sicherheitshalber installiere ich die smartmontools zur Überwachung der Platten. Beide sollten Smart sprechen können.

Dann kommt noch Abiword drauf. OpenOffice.org ist nicht nur für dieses System, sondern auch für die vorgesehenen Aufgaben definitiv zu fett.

Zwischendurch korrigiere ich noch das Userpaßwort für den Eigentümer, das hatte ich mit amerikanischer Tastaturbelegung gesetzt. Dabei fällt mir auf, daß im xterm die Tastaturbelegung weiterhin amerikanisch ist, während sie auf der Konsole stimmt. Ich ändere das mit dpkg-reconfigure xserver-xorg, aber es ändert sich nichts. Harte Methode: Reboot. Danach stimmt die Belegung.

Zum Schluß kommt noch Skype drauf. Das Skype-Paket fordert noch eine Reihe libqt4-Zeugs an, dann klappt die Installation.


21. Februar 2010