Systembeschreibung
- CPU: AMD Athlon 64 Processor 3200+, 2 GHz, 512 kB Cache
- Board mit ALi-Chipsatz
- Speicher: 1 GB DDR-RAM
- HDD: hda = Samsung SP2014N, ATA Disk Drive, 200 GB
- DVD-Rom: hdc = Toshiba SDM2012C, ATAPI, 48-fach
- Brenner: hdb = Lite-On DVDRW SOHW-1693S, ATAPI, 48fach
- Grafik: ATI Radeon 9200
- Netzwerk: 3Com PCI 3c905C Tornado (plus ALi-Netzwerkanschluß on board)
- 4 x USB 2.0
- Tevion MD 40287 Funkmaus PS/2 plus USB-Funktastatur
- Monitor: Eizo FlexScan F930
Installiert ist Windows XP, eine Partition von ca. 20 GB wurde für eine Linux-Installation freigehalten. Ziel ist, daß $Eigentümer nicht mehr mit Windows ins Netz muß, weil man sich da schon einige „Tierchen” eingefangen hatte. Ein Dateiaustausch mit den NTFS-Partitionen ist erforderlich.
24. Februar 2007
Linux-Installation
Die Festplatte ist ein wenig eigenartig aufgeteilt:
Logical Free Space 2,59 MB
hda5 Logical NTFS 20971,57 MB
hda6 Logical NTFS 52427,62 MB
hda7 Logical NTFS 31456,06 MB
hda8 Logical Linux ext3 1357,34 MB
hda2 Primary Linux swap 2149,54 MB
hda3 Primary Linux ext3 21477,34 MB
Unusable 7594,34 MB
hda4 Boot Primary NTFS 62610,19 MB
Unusable 2,59 MB
Die unbenutzbare Partition ganz hinten ist vermutlich eine versteckte Windows-System-Partition. Wie die 7 GB „Unusable” zustande gekommen ist, weiß $Eigentümer genausowenig, wie er den Zweck der ersten Partition kennt.
Mit fdisk bzw. cfdisk will ich daran aber nichts verbiegen, denn eine der NTFS-Partitionen hat noch ungesicherte Daten. Ich habe es auch nicht geschafft, die 7-GB-Partition unter hda3 zum Leben zu erwecken — die hätte ich gern als /home oder so eingebunden. Also bleibt mir mit hda2 eine (viel zu große) swap, und das System kommt auf hda3.
Als nächstes baue ich einen Kernel (2.6.17.14, Sourcen direkt von kernel.org. Neuere Kernel haben unter Sarge erfahrungsgemäß Schwierigkeiten, also nehme ich den letzten aus der 2.6.17-Serie. Aber es ist wie verhext: Obwohl ich den Kernel mit der gleichen root-Partition boote wie den Standard-Kernel (2.4.27-speakup), behauptet der 2.6.17-er, er könne die Rootpartition nicht finden, und man möge ihm doch bitte die richtige angeben.
OK. Zunächst tut es ja wohl auch erstmal der Standard-Kernel. Also mache ich mich an den X-Server. Aber auch der mag mich nicht — der Server kommt nicht hoch. Fehlermeldung:
(II) Primary Device is: PCI 01:00:0
(II) ATI: Candidate "Device" section "ATI Radeon 9200".
(WW) ATI: PCI/AGP Mach64 in slot 1:0:0 could not be detected!
(WW) ATI: PCI/AGP Mach64 in slot 1:0:1 could not be detected!
(EE) No devices detected.
Hm. Wenn da keine Grafikkarte erkannt wird, wieso hab ich dann 'ne Textkonsole? Der gewählte Treiber scheint zu stimmen, das habe ich doppelt überprüft; es gibt beim Aufruf von dpkg-reconfigure xserver-xfree86 nur einen einzigen, der dann wohl für alle ATI-Karten zuständig ist.
Ein Google-Suchlauf bringt mir die Erkenntnis, daß ich mit dem Problem anscheinend nicht ganz allein dastehe. In den Linuxforen berichtete jemand das gleiche Problem. Außerdem fand ich eine Bugmeldung für xfree86 auf debian, die jedoch wieder geschlossen worden war, weil der Einreicher keine Zeit hatte, den Fehler zu replizieren.
Zeit hatte ich dann allerdings auch keine mehr. Der PC wanderte wegen der beiden Probleme zu mir nach Hause.
8. März 2007
xfree86 und ATI Radeon 9200 — geht doch!
Ich probiere den Rat, den der Fragende in den Linuxforen bekommen hatte, direkt mal aus, und schreibe den radeon-Treiber in die /etc/X11/XF86Config-4. Und siehe da: Der X-Server kommt hoch, und gleich mitsamt dem bereits installierten Gnome. Damit ist schon mal eines der beiden Probleme gelöst.
Schön ist dabei nicht, daß der Monitor das Bild ein Stück verschiebt. Das ist aber nicht ganz so wichtig, denn wenn der PC zu $Eigentümer zurück geht, hängt dort ein anderer Großmonitor dran, das muß dann vermutlich sowieso nochmal angepaßt werden.
... aber warum will der 2.6.17-er Kernel nicht?
Zunächst überprüfe ich nochmal, ob ich auch wirklich exakt die selben Parameter bei beiden Kerneln (2.4.27-speakup und 2.6.17.14) stehen habe. Sie sind definitiv identisch.
Dann ziehe ich die Sourcen vom 2.6.17.13, der auf meinem Hauptrechner unter Sarge bootet und läuft, und baue den Kernel neu. Ich gehe allerdings davon aus, daß ich den später von remote nochmal bauen muß, denn mir fehlen ein paar Informationen zu Geräten, die angeschlossen werden sollen (USB-Drucker, Joystick). Nein, ich mag keine modularen Kernel. :-)
2.6.17.13 bootet! Also ist der 2.6.17.14 das Problem. Das heißt: Die Probleme bei Sarge fangen nicht erst ab 2.6.18 an, sondern schon einen Kernel davor!
Allerdings habe ich jetzt immer noch ein Problem: Die Tastatureingaben werden ignoriert. Da fehlt wohl noch ein Treiber. — Genau. Im IRC-Channel des NoName e.V., Heidelberg bekomme ich den Tip, daß mindestens ein USB-Treiber fehlt. OK, mit USB hab ich noch nicht so viel Erfahrung. Treiber eingebaut, Tastatur reagiert.
Und wenn man den richtigen Netzwerkkartentreiber nimmt und 3Com 905 und 509 nicht verwechselt, dann hat man auch Netz. ;-)
10. März 2007
NTFS, bitte melden!
Als root kann ich die NTFS-Partitionen problemlos einbinden, aber Ziel soll es ja sein, daß auch die User darauf zugreifen können, und zwar lesend und optimalerweise auch schreibend. In den Kernel habe ich die entsprechenden Möglichkeiten ja schon eingebaut.
Ein normaler Eintrag in die /etc/fstab läßt den User zwar mounten, aber ich komme auf der Partition nicht weit: Sobald ich eine Datei oder einen Ordner öffnen möchte, heißt es wieder: permission denied. Die Antwort auf das Problem finde ich auf unixboard.de: Da müssen ein paar Parameter mehr dazu als bei einer ext3. Ich trage also ein:
/dev/hda4 /windows/daten ntfs rw,user,noauto,uid=1000,gid=1000,nls=utf8
— und siehe da: User kann die Partition mounten und auch nutzen. (Der im Forum angegebene Parameter -oro wird nicht erkannt, und statt utf-8 muß es utf8 heißen.)
Und jetzt: Musik!
Unter Gnome finde ich das Programm Rhythmbox, welchem ich die gerade eingebundene Partition angebe. Eben noch im alsamixer die Lautstärken reguliert, und schon kann ich Musik hören. So mag ich das :-)
DVD-Wiedergabe — oder auch nicht
Eine Anforderung war, daß das System DVDs abspielen kann. Die Leistungsfähigkeit des Rechners steht dem zumindest nicht im Weg. Aber trotzdem will es nicht so richtig. Ich teste zuerst die DVD „Stargate SG1 (Folge 1 und 2)” mit vlc und totem, und beide behaupten, nichts lesen zu können. Dann nehme ich die DVD „Chris de Burgh: The Road To Freedom”. Diese wird gelesen, aber Ton- und Bildwiedergabe stocken ständig. Ich bekomme auch entsprechende Fehlermeldungen: „audio drift is too big” und „late picture skipped”, jeweils mit recht großen Zahlen dahinter. Und Google schweigt sich diesmal aus.
Neuer Versuch: Auf einen Tip aus dem Chaosdorf installiere ich mplayer. Mit mplayer dvd://1 -dvd-device /media/cdrom0 wird ein Intro abgespielt — in einwandfreier Qualität und in Stereo-Sound. Trotzdem meckert der mplayer, daß das System dafür zu langsam sei. Der Grund könnten fehlerhafte Einstellungen insbesondere im Soundtreiber sein.
Ich probiere es nochmal mit vlc in der Hoffnung, dort über die Einstellungen eine Verbesserung zu erreichen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ich wähle „blurring” an, und das Bild wird geschlossen (daraufhin ist aber der Ton wenigstens nicht mehr verhackstückt). Dann ändere ich im Menü der DVD den Ton auf PCM, daraufhin schmiert vlc ganz ab. vlc gibt mir im Übrigen nur Mono-Sound wieder. Mit totem stottert die Ausgabe ebenfalls — wobei ich da immerhin Stereo-Sound habe. Aber der klingt gestottert auch nicht besser.
Bei computerhilfen.de finde ich einen Eintrag, der darauf hinweist, daß es eventuell an abgeschaltetem DMA fürs Laufwerk liegen könnte. Mal eben hdparm nachinstalliert und nachgesehen: DMA ist an.
Als nächstes bekomme ich den Tip, die libdvdcss zu installieren, vor allem, weil außer der Konzert-DVD sonst scheinbar keine abgespielt werden kann (auch „Contact” mag nicht, angeblich sind die .ifo-Files nicht lesbar). Aber auch das ändert nichts.
Zwischendurch versuche ich es mit gmplayer, bzw. ich würde gern. Ich bekomme statt des Menüs nur eine schwarze Fläche zu sehen, es geht auch kein Kontextmenü. Der mag hier wohl einfach nicht.
Nächster Tip: Andere Parameter für mplayer. Mit
frosch@egal:~$ mplayer -ao alsa -vo xv -nocache dvd://1 -dvd-device /media/cdrom0
laufen die DVDs zwar an, aber der Ton läuft den Bildern buchstäblich weg, geht dann irgendwann plötzlich aus, und die Bilder laufen tonlos weiter. Dat isses ja nu auch nich.
11. März 2007
Heimreise
Der PC soll abends wieder abgeholt werden. Ich lege noch einen User-Account für $Eigentümer an, ändere die Nameserver auf die von zwei Unis (provider-unabhängig) und mounte die NTFS-Partition hda4 automatisch. Dann schreibe ich noch einen Zettel mit den wichtigsten Informationen zum Starten. Und ich hoffe, daß der Router dort die gleiche IP hat wie bei mir, sonst muß ich da mühsam übers Telefon frickeln (lassen).
Dann boote ich das WinXP nochmal, um sicherzugehen, daß auch dort noch alles in Ordnung ist (sofern das bei Windows überhaupt geht). WinXP kommt problemlos hoch, beklagt sich aber über fehlende Sicherheits-Updates. Außerdem ist kein Virenscanner installiert. Aber das soll nicht mein Problem sein, ich wollte ja nur sichergehen, daß das Ding hochkommt.
Nachdem der Rechner abgeholt ist, stelle ich fest, daß mein Zettel hier liegen geblieben ist. Na gut. Da am Zielort sowieso ein TFT-Display und kein Röhrenmonitor dranhängen soll, werde ich, bevor ich den User drauf lasse, sowieso erstmal den X-Server neu konfigurieren.
