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nymbrecht

Oktober 2005

Systembeschreibung

Tag 1

Das defekte interne Modem ersetzte ich durch ein externes WiseCom 56000, das sich auch problemlos von Win2K ansteuern ließ. Arbeitszeit: 10 Minuten. Aber dann ging's los: Die Kiste war total verwurmt!

Ich notierte mir ein paar auffällige Dateinamen aus der Prozeßliste des Taskmanagers und bemühte von zu Hause aus Google damit. Ergebnis:

Ich riet dringend zu einer kompletten Neuinstallation des Systems. Zu diesem Zweck wollte ich die notwendigen Sicherheits-Updates und Service-Packs bei mir herunterladen und brennen, damit die Kiste dicht ist, bevor sie das erste Mal wieder ans Netz geht. Außerdem riet ich ebenso dringend zum Kauf einer vernünftigen Antiviren-Software und zur Installation einer Firewall.

Telefonisches Intermezzo

$Eigentümer hat sich nach weiterer Beratung dafür entschieden, daß ich Win2K plattmachen, aber nicht neu installieren sollte. Statt dessen sollte Debian Linux installiert werden. Ich brannte die ersten 6 ISOs von Sarge auf CD, denn bei einer 56k-Modem-Anbindung mit Minutentaktung möchte man die Erstinstallation nicht wirklich übers Internet machen. Außerdem brannte ich den Inhalt meiner /var/cache/apt/packages/ auf eine weitere CD (rund 320 MB seit Juni), insbesondere wegen des Updates des X-Servers, das allein ca. 43 MB ausmacht.

$Eigentümer holte sich bei mir dann noch eine Ladung Disketten für sein Backup. Da er WinZip nicht benutzt hat (installiert war es), benötigte er dafür 17 Disketten.

Tag 2

$Eigentümer teilte so nebenbei mit, daß ihm ein Programm gemeldet habe, er habe keine Soundkarte. Das wollte er aber nicht so richtig glauben. Ein Blick auf die Rückseite des Rechners sagte mir jedoch, daß dieses Programm recht hatte.

Zwei Dateien hatte $Eigentümer nicht sichern können, weil sie für eine Diskette zu groß sind. Es handelt sich um zwei Access-Datenbank-Dateien mit 1,45 und 3,5 MB. Angeblich könne WinZip diese nicht mehr verkleinern. Ich probierte es selbst aus, und siehe da: WinZip reduziert beide Dateien auf weniger als 10 %. Damit paßten sie noch locker auf die 17. Diskette.

Zunächst war die Plattenaufteilung ein wenig witzig. Das Win2K saß doch tatsächlich auf der zweiten, viel kleineren Platte, während auf der 40-GB-Platte nur ein paar einzelne Dateien herumlagen. Also ließ ich die zweite Platte einfach in Ruhe und installierte komplett auf die erste.

Die Basisinstallation war, wie üblich, problemlos. Auch die Grafikkarte wurde korrekt als SiS erkannt, und der X-Server kam sofort hoch. Die Konfiguration von CUPS (dem Druckserver) war zwar ein wenig umständlich, aber am Ende druckte der DeskJet einwandfrei sowohl aus OOo als auch aus xpdf als auch aus dem Browser (galeon) heraus.

Als Window-Manager wählte ich, wie bei mir zu Hause, icewm. Um den komfortabel zu konfigurieren, gibt es drei Programme zur Auswahl: iceme, iceconf und icepref. iceconf ist kaum bedienbar, und iceme verbiegt einige Dinge; so werden nach dessen Konfiguration die Buttons für die Arbeitsflächen nicht mehr angezeigt. Nur mit icepref kann man die Oberfläche zuverlässig so einrichten, wie man sie haben möchte, auch wenn die winzige Schrift in den Auswahlfenstern kritikwürdig ist.

Dann ging ich an die Modemanbindung. Die erwies sich als ein wenig komplizierter. Denn während minicom ganz problemlos mit dem Modem an /dev/ttyS0 kommunizierte, wollte pppd davon überhaupt nichts wissen. Dazu kam noch das Problem, daß $Eigentümer Internet-by-Call benutzt und sowas wie den „Smartsurfer” von web.de haben wollte. Also legte ich für verschiedene Tageszeiten verschiedene Provider-Dateien in /etc/ppp/peers an und informierte in einer Textdatei in seinem Home-Verzeichnis darüber, welche er zu welchen Zeiten mit welchen Kosten benutzen sollte. Allein — es ging ja erstmal sowieso nicht.

Tag 3

$Eigentümer hatte einen Text aus OOo heraus ausgedruckt und zeigte mir, daß auf dem Ausdruck alle Wörter aneinander pappen, als ob keine Leerzeichen dazwischen stehen würden. Ich vermutete zunächst ein Druckertreiber-Problem. Und außerdem wollte er mit dem Ding ja nun endlich mal wieder ins Internet.

An das Modemproblem ging ich als erstes. Statt /etc/ppp/peers/$PROVIDER von Hand zu konfigurieren, nahm ich dieses Mal pppconfig zu Hilfe, das sogar schon installiert war. Das trug dann wohl noch irgendwas zusätzlich in die Provider-Datei mit ein, und dann ging es. Allerdings nicht ohne Hürdenlauf!

Der Provider, den ich ausgewählt hatte, meOme, teilt dem Benutzer bei jeder Einwahl dynamisch die Nameserver mit. Das mußte ich erstmal herausfinden. Danach stellte sich heraus, daß die Einwahl nur dann funktioniert, wenn man nach einer ganz bestimmten Reihenfolge vorgeht:

Wenn man den ping auf eine Domain statt auf eine IP-Adresse setzt, oder einfach im Browser eine Seite eingibt, fängt das Modem nicht an, zu wählen, sondern es kommt sofort die Meldung, daß der Name unbekannt sei.

Wenn es keine Minutentaktung gäbe, würde ich den pppd ja auf persist setzen, aber so muß es halt demand sein. Und das ist wohl zusammen mit der dynamischen Nameserver-Zuteilung der Grund, warum das so umständlich geht. Das muß ich noch verbessern, denn für einen Linux-Anfänger ist das unzumutbar.

Dann ging es an das Druckerproblem mit den scheinbar verschluckten Leerzeichen. Dabei stellte sich heraus, daß das nur mit den Fonts „Helvetica” und „Avant Garde Gothic” aus OOo heraus passiert; es handelt sich also um ein Font-Problem, nicht um eines des Druckertreibers. Ich riet dazu, diese beiden Fonts einfach nicht mehr zu benutzen.

Das Problem ist, daß OOo beim Öffnen einer M$-Office-Datei die dort meistens verwendete Schriftart „Arial” durch die defekte „Helvetica” ersetzt. Und $Eigentümer hat sehr viele M$-Office-Dateien ...

ToDo

Nachtrag

$Eigentümer entschied sich dafür, Linux wieder zu löschen und zu Windows zurückzukehren. Schade.