LOGO: Atari-Frosch FSFE-Fellow

oezkan

18. Januar 2004

Anruf von $Eigentümer, sein WinXP will nicht mehr ins Internet.

Systembeschreibung

Diagnose

Die T-Online-Software macht zwar ihren Startbildschirm auf, hüllt sich dann jedoch in Schweigen, und das Fenster läßt sich auch nicht mehr schließen. Was war passiert?

Norton AV war nach der Installation eines Spieles — das lächerliche 1,5 GB auf der Platte beanspruchte — ziemlich sehr kaputt. Der größte Zeitaufwand war, herauszufinden, wie dieser kaputte NAV zu deinstallieren ist. Danach war's einfach: Neuinstallation NAV, T-Online-Software wollte wieder, Update der NAV-Virensignaturen, Update der T-Online-Software, alles wieder in Butter.


6. November 2006

Systembeschreibung

Das Problem ...

$Eigentümer war von T-Online zu Arcor gewechselt und hatte neue Hard- und Software für den Internet-Zugang bekommen: Eine von Arcor sogenannte „Starterbox” (NTBA mit eingebautem Splitter) und eine Fritz!Box (DSL-Modem mit der Möglichkeit, weitere ISDN-Geräte anzuschließen). Die Arcor-Software ließ sich einspielen, aber die Software für die Fritz!Box verlangte, daß eine Personal Firewall doch bitteschön für den Installationsvorgang abgeschaltet werden möge. Das war der Stand, als ich angerufen wurde.

Zunächst klang das nach einer „mal eben”-Aktion. Ich sollte langsam mal wissen, daß es sowas bei Windows eher selten gibt ...

Ich suchte also erst einmal nach der system-eigenen Firewall von Windows XP. Den einzigen Zugang zu einer Art Firewall fand ich in den Eigenschaften von TCP/IP — und da war alles sperrangelweit offen.

Nach weiterer Suche fand ich die NIS, aber keine Möglichkeit, an die Einstellungen heranzukommen. Es gab kein Desktop-Icon und kein Symbol in der Taskleiste, nur den Eintrag im Startmenü unter Programme. Also dort angewählt, daraufhin kam eine Fehlermeldung: Es fehle eine M-irgendwas-71.dll (genauen Namen habe ich mir leider nicht gemerkt). Die gleiche Fehlermeldung war mir schon direkt nach dem Booten aufgefallen, aber da ich nichts damit anfangen konnte (sie konnte nicht einmal einem bestimmten Programm zugeordnet werden), hatte ich sie weggeklickt.

Das Problem war, daß der Versuch einer Deaktivierung bzw. Deinstallation von NIS die selbe Fehlermeldung brachte. Auch der Versuch, diese DLL mittels Update von der CD nachzuinstallieren, brachte diese Meldung. Kurz: Um das Programm loszuwerden, mußte ich eine Datei installieren, zu deren Installation ich genau diese Datei benötigte. ARGH ...

... und die Lösung, Teil 1

Was blieb mir schon anderes übrig: Kurzes Backup auf CD gebrannt, dann Neuinstallation von der Recovery-CD. Damit fing der Tanz aber erst an: Nach 30 Minuten Installation und ich weiß nicht wie vielen Reboots konnte die Netzwerkkarte nicht mehr gefunden werden.

Wer rechnet schon mit sowas? Also Reboot mit meiner mitgebrachten Knoppix (von 2003), um die genaue Bezeichnung der Netzwerkkarte herauszufinden zwecks Treiberinstallation. Dummerweise hatte die CD aber wohl schon was abgekriegt und konnte teilweise nicht mehr gelesen werden, sodaß ich gar nicht bis zum cat /proc/pci kam.

Nach diversen weiteren Versuchen und einigen Diskussionen und Meditationen entschieden wir uns dafür, mit PC, $Eigentümer und dessen Sohn zum FSFE-Büro zu fahren, wo R. und S. zugange waren. Dort gab es dann die

Lösung, Teil 2 — und viel Kaffee

PC also an einen alten Monitor gehängt, Strom dran, Tastatur und Maus dran, eingeschaltet — kein Bild. Ja wie, sollte auf dem Transport etwa die onboard-Grafik gestorben sein? — OK. Nach drei Versuchen fiel mir „schon” auf, daß es da noch einen Grafik-Ausgang gab, nämlich den einer zusätzlich eingebauten Grafikkarte ... (macht WinXP wirklich so doof?)

Zunächst bootete ich den Rechner mit einer Knoppix 4.0, um etwas über die Netzwerkkarte herauszufinden. cat /proc/pci lieferte mir die Information, daß die Netzwerkkarte Teil des nVidia-nForce2-Chipsets sei. Aha. Soso.

Noch mit der gebooteten Knoppix ging ich ins Netz und suchte nach Informationen. nVidia bot mir schließlich ein 30,5 MB großes Paket von Treibern für den gesamten Chipsatz an. Ich wollte zwar nur was für die Netzwerkkarte ... aber ok. Noch schnell die Platte gemountet, um das Paket direkt darauf abzuspeichern — ätsch, sagte mir Knoppix, um da zuzugreifen, mußt Du root sein.

Dann wollte ich die Datei nach /home/knoppix speichern (also eigentlich im RAM ablegen), um sie dann von dort aus als root auf die Festplatte zu verschieben. Der Download ging dann aber mit ca. 20 kB/s dermaßen langsam (vorhanden: DSL 6000) voran, daß ich lieber abbrach — zumal ich noch gelesen hatte, daß ich zur Installation erstmal mindestens SP1 auf der Kiste haben müßte ...

Hinter mir hörte ich jemanden „265,2 Megabytes” murmeln. Auf Nachfrage erfuhr ich, daß das die Größe des SP2 sei — und daß S. schon beim Download ist. Dabei hatte ich die Hoffnung, daß SP2 allein schon genügen könnte, um die Netzwerkkarte zugänglich zu machen. Also warteten wir auf den Download, und ich bootete schon mal wieder von Knoppix auf WinXP um.

Nach dem Einspielen von SP2 und dem unvermeidbaren Reboot ging von ganz allein das Fenster auf, das ich die ganze Zeit über auch auf der alten Installation vergeblich gesucht hatte: Das „Sicherheits-Center” mit den Einstellungsmöglichkeiten für Firewall, Update-Service und Virenschutz.

Das änderte nichts daran, daß die Netzwerkkarte bzw. ihr Treiber weiterhin nicht gefunden werden wollte. Also zogen wir doch noch das Treiberpaket für den gesamten nForce2-Chipsatz von nVidia. Warum sie die Treiber nicht einzeln anbieten, haben sie uns leider nicht verraten; bei der Installation konnte ich die Treiber dann nämlich in der „benutzerdefinierten Installation” einzeln auswählen. Der größte davon war der Netzwerkkartentreiber: 28,8 MB! Aua, aua ...

Noch ein Reboot, und dann war es endlich soweit: NETZ!

Zur Sicherheit sollten jetzt auch gleich die Windows-Updates und ein Antivirenprogramm gezogen werden. Der Download der Updates brauchte allein bestimmt noch eine gute halbe Stunde. Ich war bei der dritten Tasse Kaffee mit Vanillemilch. R. stellte amüsiert fest, daß ihm Windows-Support Spaß macht, wenn er dabei nur Kaffee kochen muß.

Schließlich zog ich noch die freie Version von AntiVir, denn von Norton hatte ich nun wirklich die Nase voll. Auch das wollte aber erstmal noch ein Update und natürlich seine Virensignaturen ziehen.

Währenddessen meinte $Eigentümer, es sei doch eigentlich eine gute Idee, die gezogenen Windows-Updates auch gleich noch einzuspielen. Klar, kein Problem, wir waren seit fünf Stunden dran, und es waren ja nur 63 Updates ...

Ich trank die vierte Tasse Kaffee mit Vanillemilch.

So nebenbei fragte ich den Sohn von $Eigentümer, der auf dem PC einige Spiele und P2P-Programme laufen hatte, ob er denn Warnungen bei der Installation, Schutzprogramme zu deaktivieren, befolgen würde. Antwort: „Nö.” ... ... ... Nein, ich kommentier das besser nicht.

Als die Aufforderung von XP kam, jetzt doch bitte zu rebooten, um die Updates zu aktivieren, fuhr ich das System herunter. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einen Termin, um das zu tun, was ich eigentlich tun wollte, nämlich DSL installieren, und machten Feierabend — fast sechs Stunden nach Arbeitsbeginn.

7. November 2006

$Eigentümer hat den Rest selbst fertig gebastelt.


11. Januar 2007

Da is' alles so langsam ...

Genauer: Größere Websites wie eBay oder ChatCity wurden nur sehr langsam aufgebaut. Der Geschwindigkeitsverlust veränderte sich, aber es blieb alles unglaublich langsam. Kleine Webseiten wurden in gewohnter Geschwindigkeit aufgebaut.

Ich stellte fest, daß trotz entsprechenden Abblockens im November nun doch der IE7 auf der Kiste gelandet war. Man hatte natürlich „nix gemacht”. Vielleicht stimmt's ja sogar. Ich lud den Firefox 2 (2.0.0.1) aus dem Netz und probierte es damit: Kein Unterschied.

Veränderungen an MTU oder Nameserver brachten genausowenig wie das Abschalten von Java, Javascript oder das Blockieren von Grafiken, in beiden Browsern. Erst ein ping brachte mich auf die Spur: bei mehreren ping-Folgen auf jeweils verschiedene Adressen gingen immer wieder Pakete verloren, mit Verlusten zwischen 25 und 50 %.

Der Mensch an der Arcor-Hotline wollte wissen, wieviele Zeilen netstat -a liefert. Das waren so zwischen 50 und 60. „Das sind viel zu viele! Da rufen Sie am besten die Hotline von Fritz an. Die kostet aber 1,24 € pro Minute.” Was das mit dem Problem zu tun haben soll, blieb unklar — und die genannte Hotline wollte sowieso nicht erreichbar sein, zumindest temporär nicht.

Weil mir nichts mehr einfiel, wanderte der PC mal eben zu mir nach Hause. Ohne Fritz und Arcor und hinter meinen Hardware-Router lieferte mir der PC ganz einwandfrei und in voller Geschwindigkeit jede beliebige Website, und es gab auch keine Paketverluste beim Ping mehr. Gucke an. WinXP ist diesmal wohl nicht der Schuldige. Jetzt sollte sich Arcor was einfallen lassen.