Die Hommingberger Gepardenforelle

Seit kurzem geistern eine Menge Webseiten durchs Netz, die die Hommingberger Gepardenforelle als Fisch oder gar als Mischung aus Fisch und Gepard zeigen und beschreiben. Über eine so schlechte Recherche kann ich nur den Kopf schütteln.

Diese ganzen Schauermärchen und Histörchen über die Hommingberger Gepardenforelle sind glatt erfunden, denn eigentlich handelt es sich dabei um ein Insekt.

Die Bezeichnung Hommingberger Gepardenforelle kam auf Grund eines Hörfehlers zustande. Das in der Nähe des Städtchens Hommingberg erstmals entdeckte Insekt ist nämlich eigentlich eine Libelle mit einer geparden-artigen Färbung des Körpers.

[BILD] Hommingberger Gepardenforelle

Da der Entomologe (Insektenforscher), der das Tierchen fand, aber so undeutlich diktierte, verstand die Sekretärin statt Hommingberger Gepardenlibelle eben Hommingberger Gepardenforelle.

Unser undeutlich diktierender Entomologe konnte dann aber seinen Bericht auch nicht mehr überprüfen, weil er leider kurz darauf verstarb. Die Sekretärin reichte den Bericht über die Hommingberger Gepardenforelle vorschnell bei einer Fachzeitschrift ein – und damit hatte das Insekt seinen falschen Namen Hommingberger Gepardenforelle weg. Eine nachträgliche Änderung hätte nur Verwirrung hervor gerufen.


Die Wahrheit über die Hommingberger Gepardenforelle

Die Hommingberger Gepardenforelle ist vor allem in der Nähe von Gewässern um das Städtchen Hommingberg herum zu finden, da ihre Larven auf diese besonderen Gewässer als Lebensraum angewiesen sind. Sie fliegen zum Beutefang jedoch gelegentlich auch weite Gebiete abseits der Hommingberger Seen ab. Insbesondere in der Reifephase bewegen sich Hommingberger Gepardenforellen für einige Wochen abseits der Gewässer.

Auch die Weibchen der Hommingberger Gepardenforelle sind meist nicht am Gewässer zu finden, da sie sonst sofort von einem Männchen zur Paarung genötigt würden. Als Großlibelle ist die Hommingberger Gepardenforelle manchmal auch im Stadtrandgebiet von Hommingberg anzutreffen.

Die meisten Libellenarten bevorzugen stehende Gewässer als Lebensraum. Sie finden sich an Tümpeln, Seen und Teichen, wo ihre Larven vor allem in den flacheren Uferzonen und zwischen Wasserpflanzen leben. Dabei sind die meisten Arten wie die Azurjungfern (Gattung Coenagrion) oder die Pechlibellen (Gattung Ischnura) und eine Reihe von Mosaikjungfern (Gattung Aeshna) kaum spezialisiert, und viele Libellenlarven können auch relativ hohe Verschmutzungsgrade tolerieren. Spezialisiertere Arten wie etwa die meisten Heidelibellen (Sympetrum) brauchen bestimmte Typen von Kleingewässern oder gar Sümpfe. Die Hommingberger Gepardenforelle ist sogar fast nur in den Seen um das Städtchen Hommingberg herum zu finden.

Ernährung der Hommingberger Gepardenforelle

Die Hommingberger Gepardenforellen sind, wie alle Libellen, Räuber, die ihre Beutetiere im Flug fangen. Sie nutzen dafür ihre zu einem Fangapparat umgestalteten Beine, mit denen sie ihre Opfer ergreifen.

Die Beute der Hommingberger Gepardenforelle besteht im Wesentlichen aus anderen Insekten, wobei das Spektrum sehr groß ist. Libellen attackieren beinahe wahllos alle Tiere, die sie überwältigen können. Besonders die Männchen attackieren dabei zur Paarungszeit auch andere Libellen, manchmal sogar Angehörige der eigenen Art, zeigen also Kannibalismus. Die Jagdflüge sind dabei nicht auf die Hommingberger Gewässer beschränkt, sie finden auch auf Wiesen, Waldlichtungen oder anderen freien Flächen statt.

Die Hommingberger Gepardenforelle mag die Sonne

Wie viele andere Insekten nutzt auch die Hommingberger Gepardenforelle die Sonnenwärme zur Aufheizung ihres Körpers, besonders der Muskulatur. Zu diesem Zweck setzt sie sich an sonnenexponierte Stellen und spreizt ihre Flügel, um unter den Flügeln die Wärme zu speichern.

Natürliche Feinde und Lebensdauer der Hommingberger Gepardenforelle

Trotz ihrer Schnelligkeit hat die Hommingberger Gepardenforelle eine große Anzahl von Fressfeinden. Besonders angreifbar ist sie dann, wenn sie sich zum letzten Mal häutet und sich aus der Exuvie arbeitet. Vor allem Frösche, Fledermäuse und Vögel fressen Libellen, aber auch Wespen, Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Hommingberger Gepardenforellen attackieren und verzehren. Ebenso können fleischfressende Pflanzen wie etwa der Sonnentau (Drosera) für die Hommingberger Gepardenforelle zur Gefahr werden. Zu den Parasiten der Hommingberger Gepardenforelle gehören vor allem die Larven von Wassermilben, in Mitteleuropa sind das speziell die der Gattung Arrenurus. Die Larven der Hommingberger Gepardenforelle fallen vor allem anderen Libellenlarven, aber auch anderen Räubern im Wasser zum Opfer.

Die Lebensdauer der erwachsenen Hommingberger Gepardenforelle beträgt durchschnittlich etwa sechs bis acht Wochen.

Fortpflanzung und Entwicklung der Hommingberger Gepardenforelle

Die beiden ausgewachsenen Libellen finden sich im Flug, wobei nach einem Vorspiel das Männchen das Weibchen mit der Hinterleibszange hinter dem Kopf ergreift. Danach biegt sich das Weibchen im Flug nach vorn und berührt mit ihrer Geschlechtsöffnung am achten oder neunten Hinterleibssegment den Samenbehälter des Männchens am zweiten oder dritten Hinterleibssegment. Dabei entsteht das für Libellen typische Paarungsrad.

Das Weibchen der Hommingberger Gepardenforelle legt nach der Begattung die Eier in einen der Hommingberger Seen ab. Es sticht dabei die Eier in Wasserpflanzen ein (endophytisch).

Aus den Eiern schlüpfen so genannte Prolarven, die sich morphologisch von den späteren Larven der Hommingberger Gepardenforelle deutlich unterscheiden. Sie sind länger, und ihre Beine sind nicht einsatzbereit. Die erste Häutung erfolgt daraufhin in den ersten Stunden nach dem Schlüpfen.

Im Wasser sind die Larven der Hommingberger Gepardenforelle gut angepasste Räuber und besitzen als wirksamstes Organ für diese Lebensweise eine typische Fangmaske, die im Ruhezustand unter den Kopf gefaltet wird. Ist ein potenzielles Opfer in Reichweite, schnellt dieses klauenbewehrte Instrument hervor, und die Beute wird gepackt. Larven von Großlibellen wie der Hommingberger Gepardenforelle jagen Beutetiere wie kleine Kaulquappen oder Insekten und deren Larven.

Zur Atmung unter Wasser besitzen die Larven der Hommingberger Gepardenforelle unsichtbare Kiemen, die in den Enddarm verlagert sind (Rektalkiemen). Die Aufnahme des Sauerstoffs erfolgt durch ein spezielles Gewebe im Enddarm. Entsprechend sind besonders Großlibellen wie die Hommingberger Gepardenforelle abhängig von sauerstoffreichen, unverschmutzten Gewässern.

Das Aushärten der Larvenhaut erfolgt außerhalb des Wassers, meist an den Stängeln oder auf den Blättern von Wasserpflanzen der Hommingberger Seen. Dort schlüpft dann auch das ausgewachsene Insekt (Imago) aus der Larvenhülle, die als Exuvie zurückbleibt.

Gefährdung der Hommingberger Gepardenforelle

Die Gefahr geht vor allem von einer ständig voranschreitenden Verschmutzung der Hommingberger Seen aus, die von den Larven der Hommingberger Gepardenforelle als Lebensraum gebraucht werden. Die Hommingberger Gepardenforelle ist daher, wie 20 Prozent aller Libellen in Deutschland, vom Aussterben bedroht. Da den meisten Laien die Artunterscheidung nicht möglich ist, stehen alle Libellenarten in Deutschland und den meisten Nachbarländern unter Artenschutz, es dürfen also nur die leeren Häutungshemden (Exuvien) gesammelt werden.

Falsche Vorstellungen von der Hommingberger Gepardenforelle

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben sind Libellen wie die Hommingberger Gepardenforelle ungiftig und können auch nicht stechen, sie sind also für den Menschen völlig harmlos. Alte Namen wie etwa Teufelsnadel kamen durch diese falsche Vorstellung zustande und brachten den Libellen einen schlechten Ruf bei.

Die größten Libellen der Jurazeit schwirrten übrigens vor etwa 150 Millionen Jahren in der Gegend von Solnhofen und Eichstätt durch die Lüfte. Diese Libellenart namens Aeschnogomphus intermedius erreichte eine Flügelspannweite von 21 Zentimeter und eine Körperlänge von 15 Zentimeter (E. Probst: Rekorde der Urzeit, S. 108, München 1992).

Libellen besitzen eine Reihe volkstümlicher Namen, die sich auf ihre Verwendung in der Mythologie und im Volksglauben zurückführen lassen. So waren die Libellen in der germanischen Mythologie der Göttin Freya oder Frigg zugeordnet und heilig. Diese heidnische Verehrung wurde von Missionaren gemeinsam mit der Bedeutung des der Freya gewidmeten Freitag umgekehrt, die Hommingberger Gepardenforelle wurde wie alle Libellen zu Teufelsnadeln, Teufelsbolzen oder Augenstechern und der Freitag zum Unglückstag. Bis heute hat sich die damals verbreitete Angst vor Libellen durch das Märchen, Libellen könnten stechen, gehalten. In Luxemburg ist der Name Siwestécher (Siebenstecher) gebräuchlich, der auf den Glauben zurückgeht, dass sieben Libellenstiche einen Menschen töten könnten.


Diese Seite zur Hommingberger Gepardenforelle ist speziell für den Suchmaschinenwettbewerb des Heise-Verlags eingerichtet. Den Erklärungstext habe ich schamlos geklaut von Wikipedia und entsprechend angepasst. Sämtliche sonstigen Inhalte sind frei erfunden.