LHarc-Kurzhilfe

Backslash in DOS

Weil danach immer wieder gesucht wird: Den Backslash unter DOS erzeugt man mit AltGR+ß oder mit Alt+92 (NumLock an, Alt-Taste festhalten, Ziffern nacheinander auf dem Nummernblock eingeben).

aus einer Mail an einen User der Seerose vom 5. November 1998

Kommandos

a: Dateien an Archiv anfügen

Mit Archiv ist immer eine gepackte Datei gemeint. In einem Archiv können sich ja mehrere Einzeldateien befinden, und mit denen kann man jetzt einiges anstellen.

Mit a (append) kann man eine weitere Datei (oder mehrere weitere Dateien) in ein bestehendes Archiv einfügen. Damit kann man das Archiv sozusagen erweitern, ohne es komplett entpacken und zusammen mit den neuen Dateien wieder packen zu müssen. Wenn das angegebene Archiv nicht vorhanden ist, wird es neu angelegt. Diesen Parameter wählt man standardmäßig für den Aufruf des LHarc zum Packen.

u: Dateien, falls neuer, anfügen

Mit u (update) kann man eine Datumsprüfung durchführen lassen: Ist eine Datei gleichen Namens im Archiv vorhanden, dann wird sie dort nur ersetzt, wenn die zu packende Datei neueren Datums ist als die im Archiv. Das macht z. B. Sinn, wenn man LHarc für Backups verwendet.

f,r: Dateien im Archiv erneuern

Mit f oder r (replace) werden statt dessen Dateien im Archiv auf jeden Fall überschrieben, wenn Dateien gleichen Namens wieder in dieses Archiv gepackt werden.

m: Datei in das Archiv schieben

Mit m (move) bestimme ich, daß die ungepackte Version der Datei nach dem Packvorgang gelöscht werden soll. Die Datei ist dann nur noch im Archiv vorhanden.

d: Dateien aus Archiv löschen

Mit d (delete) lösche ich eine einzelne Datei aus einem Archiv, ohne das gesamte Archiv zu entpacken und dann ohne diese Datei erneut zu packen.

e,x: Dateien aus Archiv extrahieren

Mit e oder x (extract) gebe ich an, daß ich eine bestimmte Datei oder alle Dateien aus dem Archiv entpacken möchte.

p: Dateien aus Archiv anzeigen

Mit p (wahrscheinlich presentate) weise ich LHarc an, daß ich die Dateien im Archiv nur sehen möchte. Sie werden nicht auf Platte ausgepackt, sondern nur angezeigt.

l,v: Dateiliste des Archivs

Mit l (list) oder v (view) bekomme ich eine Liste der im Archiv gespeicherten Dateien, zusammen mit ein paar Angaben für jede Datei (Datum/Uhrzeit, Originalgröße, Packrate, Prüfsumme).

t: Archiv testen

Mit t (test) überprüfe ich, ob das Archiv in Ordnung ist. Das empfiehlt sich insbesondere bei großen Archiven direkt nach dem Erzeugen des Archivs oder nach Veränderungen, denn bei wirklich großen Kloppern verhaspeln sich die Packer – nicht nur LHarc – manchmal beim Erzeugen oder bei Veränderungen, da macht es Sinn, das Archiv zu überprüfen, bevor man die ungepackten Dateien löscht oder wieder verändert.

c: Dateien für AFX komprimieren

Mit c (compress) packe ich nicht im LHarc-eigenen, sondern im AFX-Format (kenne ich nicht, nie gesehen, schon gar nicht benutzt).

Schalter

r: rekursive Datei-/Ordnersuche

Mit r (recursive) weise ich LHarc an, nicht nur die Dateien dieser Ordner-Ebene, sondern auch die Unterverzeichnisse mit ihren Dateien und Verzeichnissen rekursiv „mitzunehmen“, um ganze Verzeichnisbäume packen zu können.

w: Arbeitsverzeichnis bestimmen

Mit w (work) gebe ich an, daß ich nicht das aktuelle, sondern das angegebene Verzeichnis als Arbeitsverzeichnis benutzen möchte.

x: Erweitere Dateinamen

x steht für extended. Das macht wahrscheinlich nur Sinn im Zusammenspiel mit einem Unix-System, wo ja längere Dateinamen möglich sind.

m: Nachfragen ausschalten

Der Schalter m bewirkt, daß LHarc keine Rückfragen stellt, sondern alles standardmäßig erledigt.

p: Unterscheide Ordnernamen
f: Ordner ebenfalls einpacken

p verstehe ich jetzt auch nicht (ist aber wohl auch nicht so wichtig). f (folder) soll wohl bewirken, daß auch leere Ordner mitgenommen werden (ob das bei recursive standardmäßig gemacht wird, weiß ich jetzt nicht auswendig, ich meine aber ja).

c: Kein Vergleich des Dateidatums

c (compare) bewirkt wahrscheinlich, daß vorhandene Dateien auf jeden Fall überschrieben werden, egal ob sie neuer oder älter sind.

i: Dateiattribute ignorieren

i (ignore) bewirkt, daß auf Lese- und Schreibsperren im Archiv keine Rücksicht genommen wird.

a: Erlaube alle Dateiattribute

a (attribute) – keine Ahnung, was das soll. Ich bin bislang eigentlich davon ausgegangen, daß man Dateiattribute gar nicht „verbieten“ kann.

v: Dateien mit anderem Prg ansehen

v (view): Macht bei Bildern oder von Textverarbeitungen formatierten Texten Sinn – ich kann die Datei aus dem Archiv direkt an das passende Programm übergeben, also CDKs an Calamus, IMGs an GEMView usw.

n: Prozessindikator einstellen

n (iNdicator) verstehe ich gleich gar nicht. Aber was ich bei LHarc nicht verstehe, habe ich bisher auch nicht vermißt :-)

h: Warte auf Tastendruck vor Ende

h (halt) kehrt nach der Programmausführung nicht auf die Oberfläche zurück, sondern wartet erst auf Tastendruck. Sinn der Sache ist, daß der User Fehler- und Statusmeldungen ablesen kann, die sonst nämlich viel zu schnell wieder verschwinden. Alternativ kann man sich mit einem Trick die Meldungen auch in eine Datei schreiben lassen (mache ich nur dann, wenn ich erhebliche Probleme habe).

t: Archivdatum setzen

t (time) setzt das Dateidatum des Archivs auf einen eingebbaren Wert <> Systemdatum.

y: Nur Dateien mit Archiv-Bit packen

Mit y bestimme ich, daß nur Dateien gepackt werden sollen, die seit dem letzten Packen verändert worden sind. Auch dieses Feature ist für Backups interessant - ich packe nur das weg, was geändert wurde oder ganz neu ist (auch in diesem Fall wird das Archiv-Bit gesetzt), den Rest habe ich ja schon.

b: Archiv-Bit der Dateien löschen

b (bit) ist sozusagen das Komplement zu y. Dateien, die ich weggepackt habe, kriegen das Archivbit damit wieder auf 0 gesetzt.

l: Erzeuge Larc-kompatibles Archiv

Mit l (larc) erzeuge ich das Archiv so, daß es der LHarc-verwandte Larc lesen kann (der wird aber nicht mehr oft eingesetzt).

q: Unterdrücke alle Ausgaben

q (quiet) veranlaßt LHarc, „die Klappe zu halten“, es werden also keine Meldungen ausgegeben. Atari-Programme rufen den LHarc standardmäßig mit diesem Schalter auf, weil sonst beim Entpacken der Bildschirminhalt zerstört würde. Problem: Man bekommt auch keine Fehlermeldungen angezeigt.

o: Erzeuge 1.13-kompatibles Archiv

Mit o (old) wird das LHarc-Format der alten Version 1.13 erzeugt. Ist nur notwendig, wenn man mit jemandem Daten austauschen will, der aus irgendwelchen Gründen noch den alten Packer verwendet. Der alte kann nämlich die neuen Archive nicht lesen (umgekehrt ist natürlich kein Problem).

u: Ungepackt archivieren

Mit u (unpacked) werden die Dateien nur hintereinander in die Archivdatei geschrieben, aber nicht komprimiert.

k: Header-Level (0-2)

k – äh, steht wohl für keine Ahnung ;-)

e: Dateikommentare eingeben

e (edit) gibt mir die Möglichkeit, während des Packvorgangs zu jeder Datei einen kurzen Kommentar einzugeben. Wenn ich den LHarc dann mit l oder v aufrufe, bekomme ich diese Kommentare mit angezeigt.

z: Archivkommentar eingeben

z ist dann sozusagen die Ergänzung dazu, hier gebe ich einen Kommentar für das gesamte Archiv ein.

d: Bearbeitete Dateien löschen

d (delete) – ich bin mir nicht ganz sicher, aber das müßte dem Kommando m (move) entsprechen.

C: Keine Prüfsummenüberprüfung

C (Checksum) – LHarc berechnet – wie jeder einigermaßen brauchbare Packer – während dem Packen eine Prüfsumme über jede einzelne Datei und dann nochmal eine über das gesamte Archiv, um Fehler zumindest teilweise auszuschließen (wie gesagt, bei großen Archiven kann es trotzdem Probleme geben). Wenn einem das zu lange dauert oder wenn man nur relativ kleine Dateien packt, kann es Sinn machen, diese Berechnung abzuschalten.

g: Archiv in Ordner auspacken

g bestimmt, daß das Archiv in ein Unterverzeichnis ausgepackt werden soll (Zielpfad).

j: Dateien der Länge 0 ausschließen

j (jump) überspringt leere Dateien, nimmt sie also beim Packen/Entpacken nicht mit.

5: Erzwinge lh5-Archiv

lh5 ist ein LHarc-Format, das, soviel ich weiß, insbesondere auf Amiga eingesetzt wird. Um dazu kompatibel zu sein, erzwingt man das lh5-Archiv.

4: Ungepacktes Larc-Archiv

Mit der 4 erzeugt man wie mit l (larc) ein Larc-kompatibles Archiv, allerdings ungepackt (Dateien werden nur aneinandergereiht).

s: Wandle \ in / um

s (slash) wandelt den DOS- und Atari-Backslash \ in einen Slash / um. Der Slash wird unter Unix/Linux genauso verwendet wie der Backslash unter DOS. Packe ich also Dateien zusammen mit dem Wissen, daß diese Dateien später auf einem Unix-System entpackt werden sollen, dann wandle ich bereits beim Packen die Backslashes um, damit die Unix-Kiste keine Probleme macht (dort ist der Backslash ein normales Zeichen, das auch in einem Dateinamen vorkommen kann – Du kannst Dir wahrscheinlich vorstellen, was passiert, wenn man DOS-Pfade entpackt, insbesondere wenn Du weißt, daß unter Unix ein Dateiname bis zu 255 Zeichen lang sein kann).

P: Prozeß-Indikator-Zeichen

Das mit dem P habe ich nicht kapiert, kann also nicht wichtig sein ;-)

L: Speicherbedarf einstellen

Mit L kann ich dem LHarc einen begrenzten Speicher zuweisen (nur unter Multitasking interessant). Wenn man ihm dabei zu wenig gibt, bricht er mit einer Fehlermeldung ab.

S: Groß-/Kleinschreibung von Dateinamen

Mit S wird auf die Schreibweise der Dateien Rücksicht genommen. Das hat wieder was mit Unix zu tun: Da ist es nämlich nicht egal, ob eine Datei DATEI.TXT oder datei.txt oder DaTeI.TxT heißt!

M: Maximale Dateigröße

Mit M lege ich fest, daß nur Dateien mitgenommen werden sollen, die nicht größer als die vorgegebene Anzahl von Bytes ist.

N: Nur Dateien neuer als Datum ddmmyy

Mit N lege ich fest, daß alle Dateien, die älter als das angegebene Datum sind, nicht gepackt werden sollen.

U: Dateien ungepackt archivieren

U (unpacked) – ähm, den hatten wir doch schonmal?

R: Unix-Dateien manuell umbenennen

R (rename) – ist sinnvoll für Unix-Dateien, die ja, wie eben gesagt, lange Dateinamen haben können. Außerdem können Unix-Dateinamen Umlaute und alle möglichen Zeichen enthalten, die DOS und Ataris Schluckauf bescheren würden.

I: Dateien in Verzeichnis packen

I (wahrscheinlich inside) - diese Aussage ist mir ein bißchen zu kurz gehalten. Ich könnte mir vorstellen, daß man damit das Herkunftsverzeichnis der zu packenden Dateien angibt.

B: Backup vom Archiv erzeugen

B (Backup) erzeugt vom Archiv spätestens dann ein Backup, wenn das Archiv verändert wird.

A: Dateien an das Archiv anhängen
D: Dateien aus dem Archiv entfernen

Bedeutet das gleiche wie a und d in Kleinbuchstaben.

W: Kein Wildcard-Matching

W (Wildcard) - in diesem Fall wird die Funktion des ? und des * in Dateinamen-Angaben abgeschaltet. Ich kann also dann nicht mehr sagen „packe *.txt, also alle Dateien, die auf .txt enden“. Ist wichtig für Unix-Maschinen, da dort der Stern ein ganz normaler Bestandteil eines Dateinamens sein kann (er kann aber auch Wildcard sein, d. h. man sollte den Stern im Dateinamen möglichst vermeiden, aber er wird bei der Eingabe akzeptiert).

X: Dateipfade relativ sichern

Kennst Du den Unterschied zwischen relativen und absoluten Dateipfaden? Relativ heißt: Ich bestimme den Pfad abhängig von meinem derzeitigen „Standort“ (= aktuelles Verzeichnis). Beispiel: Ich stehe in c:\atari\ und möchte ins Verzeichnis c:\atari\the_dot\ wechseln, dann heißt mein relativer Pfad the_dot\, mein absoluter Pfad heißt jedoch c:\atari\the_dot\. Mit X gebe ich also an, daß ich den Pfad so gesichert haben möchte, wie ich ihn von meinem derzeiten „Standort“ aus sehen kann, und nicht so, wie er absolut heißt. Das ist dann wichtig, wenn man Programme (mit ihren Zusatzdateien) packt, die auf anderen Rechnern mit anderer Ordnerstruktur wieder an beliebiger Stelle ausgepackt werden sollen (z. B. würde ein Shareware-Autor sein Programm nie absolut, sondern immer relativ packen).

Y: Verschlüsselung

Mit Y (crYpt) wird das Archiv verschlüsselt. In diesem Fall verlangt LHarc vor dem Packvorgang ein Paßwort, und ohne dieses kommst Du nicht mehr an den Inhalt des Archivs heran (es gibt allerdings Crackprogramme).

K: Akustisches Signal am Ende

K bringt ein kurzes „ping“, wenn der Packvorgang abgeschlossen ist.

?: Hilfsbildschirm ausgeben

Das brauche ich nicht zu erklären, oder? ;-)

Pfad; Dateipfad relativ sichern

Pfad; ist wohl nochmal das gleiche wie X.

~,! Dateien ausschließen

~ (die Tilde) bzw. ! stehen für „nicht“, diese explizit genannten Dateien sollen also nicht mitgenommen werden.

&,@ Pfade aus Datei einlesen

& und @ zeigen mir (wahrscheinlich) an, in welchem (relativen oder absoluten) Pfad ursprünglich die Datei stand, wenn ich mir diese Datei aus dem Archiv abrufe.

&-,@- Pfade von stdin eingeben

Mit &- und @- kann ich vorgeben, daß ich die Pfade von „stdin“ eingeben kann. Dieser Ausdruck steht für „standard input“. Hier kommt es darauf an, wie „stdin“ eingestellt ist; das kann die Tastatur (console) oder eine Datei sein.